ISDN (Integrated Services Digital Network) ist ein internationaler Standard für ein digitales Telekommunikationsnetz. Über dieses Netz können verschiedene Dienste abgewickelt werden, wie z.B. Fernschreiben (Telex), Teletex, Datex-L (leitungsvermittelte Datenübertragung), Datex-P (paketvermittelte Datenübertragung) und Telefon.

Da die Datenübertragung digital erfolgt können über einen Anschluss mehrere Kanäle gleichzeitig übertragen werden. Beim ISDN Basisanschluss stehen zwei Kanäle zur Verfügung, die unabhängig voneinander z.B. für Telefongespräche oder Faxe genutzt werden können. Für einen Anschluss können bis zu 10 Rufnummern (MSN Multiple Subscriber Number) vergeben werden.
Diese können dann beliebig auf die ISDN-Geräte verteilt werden.

Primärmultiplexanschluss (PMX), englisch Primary Rate Interface (PRI)

PMX ist eine Schnittstellendefinition im ISDN. Unternehmen setzen PMX zum Anschluss der Telefonanlagen ins Telefonnetz ein. Ein PMX bietet 30 bidirektionale Nutzkanäle (B-Kanäle), einen Signalisierungskanal und einen Synchronisationskanal an. Ein Nutzkanal wird als B-Kanal bezeichnet. Ein Nutzkanal entspricht einen Kommunikationskanal, der z.B. für eine Telefonverbindung genutzt wird. Jeder Kanal bietet 64 kbit/s Bandbreite. Es können mehrere Kanäle zusammengelegt werden und so kann eine Bandbreite von bis zu 1920 kbit/s bieten. Die Kanäle des PMX werden im Zeitmultiplexverfahren (TDM) übertragen. Die Kanäle werden nacheinander in Zeitschlitzen übertragen. Der Zeitschlitz 0 dient zur Synchronisation und Fehlerbehandlung mittels einer CRC-Prüfsumme (CRC=cyclic redundancy check). Im Zeitschlitz 1 bis 15 und 17 bis 31 werden die Nutzkanäle übertragen. Im Zeitschlitz 16 werden die Steuerdaten zur ISDN-Kommunikation übertragen. Die Leitungsschnittstelle zwischen der Ortsvermittlungsstelle und dem Netzabschluss im Haus wird bei der Verwendung von Kupferkabel UK2-Schnittstelle bezeichnet. Wenn Glasfaserkabel verwendet werden heißt die Schnittstelle UG2. Die Leitungsschnittstelle zwischen dem Netzabschluss und der Telefonanlage wird S2M genannt.
 

ISDN-Schnittstellen

 UK0-Schnittstelle

Die UK0 Schnittstelle ist die Schnittstelle für den Übertragungsweg zwischen den Vermittelnden Netzknoten (VNk) und dem NTBA. Die UK0 Schnittstelle wird durch zwei Kupferadern realisiert. Neben den zwei B-Kanälen und dem Signalisierungskanal (D-Kanal) steht dem Betreiber noch ein Maintenance-Kanal für Servicezwecke zur Verfügung. Mit dem Maintenance-Kanal können z.B. von der Ortsvermittlungsstelle Steuersignale zum NTBA übermittelt werden. Das zum NTBA gesendete Signal wird dann zur Ortsvermittlungsstelle zurückgeschleift. So kann die Vermittlungsstelle prüfen ob der NTBA funktioniert und die Qualität der Leitung anhand von evtl. aufgetretenen Bitfehlern prüfen.
 

 Up0-Schnittstelle

Die UP0 Schnittstelle ist eine Schnittstelle für Endgeräte innerhalb einer privaten ISDN Installation von Telefonanlagen. Der Anschluss digitaler Endgeräte erfolgt über eine Doppelader. Die Übertragung erfolgt im Halbduplex-Betrieb. Beide Seiten senden im so genannten Ping-Pong-Verfahren abwechselnd. An einer UP0 Schnittstelle kann ohne weitere technische Maßnahmen nur ein Endgerät betrieben werden. Dennoch stehen zwei B-Kanäle (jeweils 64 kbit/s) und ein D-Kanal (16 kbit/s) zur Verfügung.
 

 S0-Bus

Der S0-Bus ist eine Schnittstelle innerhalb einer ISDN-Installation und Verbindet die ISDN-Endgeräte mit dem NTBA. Der S0-Bus besteht aus einer Vierdraht-Verkabelung. Der Bus arbeitet im Vollduplex-Betrieb